Eva-Maria Walter

Das englische Aquarell war und ist eine Kunstform mit strengen Vorschriften. So streng, dass William Turner die Akademie-Aufnahme einst verweigert wurde, weil er keine Einschränkungen in der Wahl seiner Malmittel akzeptierte. Auf englische Art zu aquarellieren mit Charles Rodwell, war für Eva-Maria Walter eine Herausforderung. Es hat sich wenig geändert seit 1880 ... Doch seit einigen Jahrzehnten entwickelt sich diese Kunstform besonders in Österreich. Nach von Alt sind es Salzmann, Hradil, Vogel und Fletcher, die das Aquarell neu etabliert haben und es zeitgemäß inszenieren. Für Eva-Maria Walter war es nur folgerichtig, bei all diesen Meistern zu arbeiten und mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Künstlerin

Die Freude an der Schönheit der Welt ist das Fundament ihrer Neugier als Künstlerin. Eva-Maria Walter führte ihr Fernweh und ihre Begeisterung durch Europa, Afrika, Indien und Amerika. Keine Reise wäre ohne die Begleitung durch ihre Kunst, vor allem die Aquarellmalerei, möglich gewesen. Einmaliges, aber auch die Intensität der Wiederholung (Venedig, N.Y.) lieferten den Spannungsbogen. Für sie war es die authentischste Wiedergabe aller Erlebnisse, ob im Souk von Sanaa, vor den Hochhäusern von Shibam, vor den Chatriees in Indien, Old Tannuf im Oman oder im Central Park der Christo Gates. Aber auch das Pastell ist ihr Metier; weil diese Farben sich nicht vermischen lassen, bringt die Malerin damit Eigenständiges hervor, farbintensiv und delikat. Acryl- und Ölfarben, auch gemeinsam verwendet, ermöglichten ihr den Weg zum Mix-Media, das sie, mit den unterschiedlichsten Materialien kombiniert, zu besonderen Bildelementen für sich weiterentwickelte.

Biografie

Der Auftrag kam gleich vor dem Abitur: Die Datierung kirchlicher Funde im Limburger Dom. Museale Bildwerke brachten Eva-Maria Walter die malerischen Schätze des Mittelalters nahe. Schon diese Arbeit war mit Reisen verbunden. Das Ergebnis: Ehrfurcht vor dieser Kunst und Fernweh.

Die handwerkliche Ausbildung reifte an Kunstakademien, vor allem in Salzburg mit Prof. G. K. Pfahler, und in Seminaren bei vielen Meistern wie z.B. Charles Rodwell und den von „Turners der Neuzeit“ Vogel, Salzmann und Fletcher. Der eigene Weg wurde stetig geprägt durch Begegnungen mit der Gegenwartskunst – besonders während eines Jahrzehnts in der Schweiz durch Treffen mit Ernst Beyeler, Georg Schmidt, Restauratoren des Baseler Kunstmuseums und Schriftstellern.

Es ist inzwischen ein langer, intensiver Weg. Die Vielfalt der Bilder von Eva-Maria Walter ist keine Kopfsache, sondern das Ergebnis einer unbewussten Weiterentwicklung. Als Antrieb nennt sie „nur ständige Ehrlichkeit, das Geschehene zu akzeptieren.“ Das trägt zum Wiedererkennungswert ihrer Bilder bei aller Vielfalt bei. Oder, wie es Prof. Granniger anlässlich einer Bilddokumentation aus 25-jähriger eigener Anschauung ausdrückte: „Du bist bei Dir angekommen.“